Angaben wie „blumig“ oder „vollmundig“ auf dem Etikett lesen sich angenehm, passen im Gastronomiebetrieb aber nicht zwingend zum Bedarf. Beim Mustereinkauf sollten Bezeichnungen und Preise zunächst ausgeblendet und mindestens eine markenblinde Parallelverkostung durchgeführt werden. So wird die Leistung in der Tasse bewertet statt der Eindruck der Verpackung.
Muster zunächst vergleichbar machen
Jede Probe erhält eine Zufallsnummer; die Zuordnungsliste wird separat verwahrt und erst nach Abschluss der Protokollierung eingesehen. Innerhalb derselben Teekategorie sollten Wasserquelle, Gefäße, Teemenge, Wassertemperatur und Ziehzeit identisch gehalten werden. Bei Matcha Latte sind zudem Milchsorte, Pulvermenge, Tassengröße und Eisvolumen festzulegen; Pur-Aufgüsse und Lattes sind getrennt zu bewerten. Lässt man eine unbeteiligte Person aufgießen, wird die Beeinflussung durch optische Hinweise minimiert.
Die Bewertung muss nicht kompliziert sein: Zustand des trockenen Tees oder Pulvers, Aroma, Antrunk, Nachgeschmack und Aufwand bei der Zubereitung werden jeweils mit einer konkreten Beobachtung notiert, ergänzt um die Frage, ob man das Produkt für die aktuelle Karte einsetzen würde. Unterscheiden sich zwei Proben kaum, bereitet das Thekenpersonal in einem zweiten Durchgang im realen Arbeitstempo ein weiteres Getränk zu, um Klumpenbildung, Zubereitungszeit und Konstanz zu prüfen.
Einkaufsgespräche erst nach der Blindverkostung
Die geschmackliche Abstimmung ist nur der erste Schritt. Nach Aufdeckung der Nummern müssen Produktspezifikationen, Chargendokumente, Prüfberichte, Etikettensprache, Mindestbestellmengen, Lieferort, Frachtkosten und Lieferzeiten einzeln abgeglichen werden; ein gutes Geschmackserlebnis ersetzt keine Bewertung von Konformität und Lieferfähigkeit. Für bestehende Matcha- und Blatt-Tees von Jiang Rong Hao können Muster je nach Einsatzzweck angefragt werden; die konkreten Muster und Lieferbedingungen richten sich nach den Bestätigungsdaten des jeweiligen Vorgangs.
